"Pilze passen gut zu mir"
Kennengelernt hat er den Edelpilz bereits 2020. Hauptberuflich ist Herr Hein seit 2004 als Verwalter und Gruppenleiter auf dem Naturlandbetrieb "Hof Lohmann" (eine Zweigstelle der Freckenhorster Werkstätten) tätig. Doch der Wunsch nach einem zweiten Standbein war groß und so pachtete er einen Hof in der Everswinkler Bauernschaft Müssingen.
Im Zuge der Konzeptentwicklung seien die Pilze die beste Möglichkeit für die Kombination als Nebenerwerb gewesen. „Die Pilze passen gut zu mir“, sagt der 51-Jährige.
Sein Betrieb ist inzwischen bio-zertifiziert, die 7ha Ackerfläche werden hauptsächlich zum Anbau von Futtergetreide, Süßkartoffeln und Speisekartoffeln genutzt.
Zwölf Stunden Tageslicht und ausreichend Luftfeuchtigkeit
Im Innenbereich seines Betriebes, der fast steril anmutet, züchtet Oliver Hein seine aromatischen Kräuterseitlinge, auch Königsausternpilze genannt. Das benötigte Öko-Pilzsubstrat bezieht er vom Bioland-Betrieb "Pilzhof Lippe" in Bad Salzuflen. Für ein gutes Gedeihen benötigen Kräuterseitlinge neben ausreichend Feuchtigkeit nicht viel. Ihnen genügen gut zwölf Stunden Tageslicht, Temperaturen zwischen zehn und zwanzig Grad Celsius sowie ein hohes Maß an Luftfeuchtigkeit. Allerdings sind sie sehr empfindlich, wodurch es häufiger zu Ernteausfällen kommen kann. Sind die Pilze groß genug, werden sie geerntet und in kleine Kisten abgefüllt.
Wenn es um den Geschmack von Kräuterseitlingen geht, fällt in der Regel unweigerlich der Vergleich zum Steinpilz. In Deutschland wird er als Kulturspeisepilz bereits seit einigen Jahren angebaut. Der Kräuterseitling zeichnet sich durch sein wunderbar kräftiges und herzhaftes, an Steinpilze erinnerndes Aroma aus. Er kann komplett verspeist werden, denn auch die fleischigen Stiele sind besonders köstlich. Große Pilze schneidet man einfach in Scheiben und brät sie in der Pfanne an. Mit frischen Kräutern in Butter geschwenkt, dazu Pasta – ein Gedicht!