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Ganz selbstverständlich verarbeiten und essen wir von vielen Obst- und Gemüsesorten nur einzelne Teile: die Knolle etwa oder Obst ohne Schale. Der Rest landet ohne Zögern als Küchenabfall im Müll. Zu Unrecht! Denn von den meisten Obst- und Gemüsesorten kann man deutlich mehr essen als wir uns das so angewöhnt haben. Oft enthalten Schalen, Blätter, Stiele und Kraut sogar noch mehr Nährstoffe als das eigentliche Gemüse und sorgen zudem für ein neues Geschmackserlebnis. Unser Tipp deshalb: Genau hinschauen, was verwertet werden kann, und so weniger wegwerfen! Ein paar Ideen, wie Ihr auch aus vermeintlichen Resten noch etwas Leckeres und Gesundes zaubert, haben wir hier zusammengestellt.
Einfach, aber effektiv. Und in puncto Äpfel und Birnen hat es sich ja auch weitgehend herumgesprochen, dass man mit der Schale die meisten Nährstoffe wegwirft. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass sich auch bei Roter Bete, Karotte oder Gurke die Schale verzehren lässt. Auch deshalb sollte man zu ökologisch erzeugtem Obst und Gemüse greifen – Schalen, Wurzeln und Grün sind hier nicht von Pestiziden belastet. Immer wichtig ist: Vorm Verzehr alles gründlich waschen.
Wer sich an Mangoschalen herantraut, kann das ruhig versuchen, sie sind vielleicht etwas ungewohnt, aber absolut nicht giftig. Dasselbe gilt für die Schale des Hokkaido-Kürbis, die komplett mitverarbeitet werden kann. Sie sorgt sogar noch für einen Extra-Farbklecks in Suppe oder Auflauf. Eine Ausnahme allerdings sollte man jedoch bei Zitrusfrüchten machen. Ihre Schalen sind zwar nicht giftig, aber auch nicht allzu bekömmlich – höchstens als Zesten in Marmelade oder Gebäck.
Wenn Ihr Gemüse-Grün, Schalen, die sehr dunklen Enden vom Lauch, Petersilienstängel, selbst Kartoffelschalen und Zwiebelreste über einen Zeitraum statt in den Mülleimer oder Kompost in einer Box im Gefrierfach sammelt, könnt Ihr sehr leckere und wertvolle DIY-Gemüsebrühe oder Würzpaste herstellen. Sobald genug zusammen gekommen ist, packt Ihr alles in einen Topf und bedeckt die Gemüsereste gerade so mit Wasser. Dann lasst Ihr das Ganze über eine längere Zeit bei geringer Hitze leicht köcheln, fügt nach Belieben Salz hinzu und wartet, bis gut die Hälfte des Wassers verdampft ist. Mit dem Pürierstab verarbeitet Ihr das Ganze dann zu einer sämigen Paste, die Ihr entweder in alten, gut gereinigten Schraubgläsern oder in Eiswürfelbehältern einfriert und immer bei Bedarf entnehmt.
Im Grün von Karotten, Roter Bete oder Kohlrabi verstecken sich jede Menge Nährstoffe, die in der Regel als Küchenabfälle enden. Karotten-Grün etwa enthält mehr Kalzium als die eigentliche Möhre und verleiht kleingehackt Rohkostsalaten eine besondere Note. Auch für Suppen eignet es sich wunderbar, sogar ein leckeres, eher mildes Pesto lässt sich daraus machen.
Und so geht’s: Ihr braucht das Grün von einem Bund Karotten, gut gewaschen. Das steckt Ihr zusammen mit 100ml gutem Olivenöl in den Mixer und fügt 2 EL Pinienkerne, Walnüsse oder auch Haselnüsse hinzu. Dann drückt Ihr eine Knoblauchzehe platt und verarbeitet alles zusammen mit 80g geriebenen Parmesan zu einem tiefgrünen Pesto. Zu Pasta oder auf Brot ein Gedicht!
Kleiner Tipp: Das Pesto gelingt auch mit Radieschen-Grün. Dann schmeckt es etwas schärfer und würziger.
Auch Kohlrabi kann restlos gegessen werden! Die grünen Blätter enthalten sogar mehr Vitamin A als die Knolle und machen sich prima in grünen Smoothies oder in Salaten. Unser Spezial-Tipp ist ein Curry aus Kohlrabi-Blättern.
Und so geht’s: Ausreichend Kohlrabi-Blätter mit Stielen in Kokosöl mit Schalotten, Knoblauch und indischem Currypulver andünsten. Dann mit Gemüsebrühe ablöschen und mit Sahne – alternativ und vegan mit Kokosmilch – verfeinern. Wer mag, gibt noch einen Schuss Weißwein dazu und garniert mit Koriandergrün. Zu Reis oder als Suppe wahnsinnig lecker!
Rote Bete hat auf jeden Fall das Zeug zum Lieblingsgemüse. Die Knollen sind extrem vielseitig verwendbar, vom klassischen Salat über Suppen bis hin zu Risotto und rohem Carpaccio geht damit eigentlich alles. Was aber viele nicht wissen: Rote Bete kann auch grün. Die Blätter sind ganz ähnlich wie Mangold zu verwenden und damit bestens für ein Risotto, für grüne Smoothies oder Salate geeignet. Wir mögen sie am allerliebsten gedünstet als Beilage.
Und so geht’s: Zwiebeln und Knoblauch in Olivenöl andünsten, grob gehackte Rote Bete-Blätter hinzugeben und zusammenfallen lassen. Mit etwas Gemüsebrühe und ggf. einem Spritzer Zitrone ablöschen und das Ganze kurz köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen. Wer mag, hobelt etwas Parmesan darüber oder gibt gebröselten Feta hinzu.
Gutes Bio-Brot mit guten Zutaten vom Bio-Bäcker meines Vertrauens schmeckt zum einen besser als das hastig in den Einkaufswagen geworfene Industrie-Brot. Zum anderen achtet man ein sorgfältig ausgesuchtes Lebensmittel, von dem man Herkunft und Inhaltsstoffe kennt, deutlich mehr und wirft es weniger leicht weg. Bei dunklem Brot greift man am besten zu einem, das Natursauerteig enthält – dieser bindet viel Feuchtigkeit und hält das Brot so länger frisch. Und auch Vollkornmehle sorgen dafür, dass Brot länger saftig bleibt. Da bei ihnen das ganze Korn mitsamt der Schale gemahlen wird, binden sie deutlich mehr Wasser.
Lagert man sein Brot richtig, hat man lange etwas davon: Weizenbrote halten 4 bis 5 Tage, Roggenmischbrote 5 bis 6 Tage, Roggenbrote 6 bis 8 Tage und Schrot- und Vollkornbrote sogar 7 bis 14 Tage. Um so lange Freude am Brot zu haben, sollte man jedoch ein paar Lagertipps beachten. Brot nie im Kühlschrank, sondern immer bei Zimmertemperatur aufbewahren, am besten in einem Brotbeutel oder in einem Tontopf. Niemals einfach so liegen lassen, zumindest sollte es immer auf der Schnittfläche liegen, damit die Flüssigkeit aus dem Inneren nicht entweichen kann.
Mag man Brot oder Brötchen irgendwann nicht mehr “einfach so” essen, gibt es unzählige Möglichkeiten für die konsequente Verwertung. Einfrieren eignet sich besonders für übriggebliebene Frühstücksbrötchen. Einfach eine große Tüte oder ein Gefäß ins Gefrierfach legen und bei Bedarf das restliche Backwerk dazulegen. Ist eine ausreichende Menge zusammengekommen, lädt man zum großen Knödelessen ein.
Um zähes Brot wieder knusprig-lecker zu kriegen, reicht oft schon ein kleiner Kniff. Von außen leicht befeuchten und dann im Backofen aufbacken. Wer es besonders gut machen will, packt den ganzen Brotrest in feuchtes Backpapier und backt es damit kurze Zeit auf. Auch der gute alte Toaster verwandelt Altbrot noch einmal in eine knusprige Schnitte – vor allem mit etwas Olivenöl oder mit kleingehackten Tomaten und einer Prise Salz ein Genuss.
Wenn nichts anderes mehr geht, kann man sein betagtes Brot auch einfach weiterverarbeiten. Zu Paniermehl beispielsweise.
Schnell gemacht und lecker sind knusprige Croutons für den Salat. Auch der "Arme Ritter" schmeckt ausgesprochen gut und versetzt uns zudem direkt in Kindheitstage und Omas Küche zurück. Und wenn alles nichts hilft, eines geht immer: eine große Ladung Knusperbrot. Dafür das altbackene Brot in Würfel schneiden, in eine Pfanne werfen, dann erst mit Olivenöl beträufeln und hellbraun braten. Dazu ein Glas Wein – und Brot und Abend sind gerettet!
Lebensmittel sind das Ergebnis von Ressourcen und harter Arbeit: Wasser, Boden, Energie und menschliche Arbeit fließen in den Anbau, die Ernte, die Verarbeitung und den Transport jedes einzelnen Lebensmittels ein.
Wenn wir Lebensmittel verschwenden, verschwenden wir all diese Ressourcen unnötig. Beispielsweise werden für die Produktion von Lebensmitteln, die weltweit verschwendet werden, rund 24 Prozent des gesamten verbrauchten Süßwassers und enorme Flächen an Agrarland in Anspruch genommen.
Dies beschleunigt nicht nur die Erschöpfung natürlicher Ressourcen, sondern verursacht auch unnötige CO2-Emissionen, die zum Klimawandel beitragen.
In Deutschland werden insgesamt jährlich etwa 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Eine unvorstellbare Menge? In etwa ist sie vergleichbar mit dem Gewicht von 58.000 Blauwalen!
Dieser riesige Berg an Abfall besteht vor allem aus übrig gebliebenen Speiseresten und nicht verkauften Lebensmitteln, aber auch aus einzelnen Bestandteilen wie beispielsweise Nussschalen, Kaffeesatz oder Gemüseabfällen. In Privathaushalten landen pro Person und Jahr ungefähr 78 Kilogramm Lebensmittel im Müll. Meist sind es vermeidbare Lebensmittelabfälle wie frisches Obst und Gemüse, Brot und Backwaren gefolgt von Getränken und Milchprodukten.
All das zeigt, wie dringlich hier gegengesteuert werden muss und wie wichtig das Engagement jedes Einzelnen hier ist.
Wir alle sind dafür verantwortlich, unseren Beitrag zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen zu leisten. Um sich und der Umwelt etwas Gutes zu tun, kann selbst eine kleine Veränderung Großes bewirken. Auch darüber im Freundes- und Familienkreis zu sprechen, kann etwas bewegen und Leute davon begeistern, sich aktiv gegen die Lebensmittelverschwendung einzusetzen.
Ökullus wirtschaftet von Grund auf so, dass keine oder nur sehr wenige Lebensmittel verschwendet werden. Durch präzise Planung und direkten Kontakt zu unseren Kundinnen und Kunden können wir Überproduktion und Fehllogistik vermeiden. Wir arbeiten mit kleinen, regionalen Erzeugern zusammen, was die tatsächlichen Wege wie auch die Kommunikationswege verkürzt und eine passgenaue Belieferung ermöglicht. Was nicht bestellt wurde, wird auch nicht geerntet. Gemüse, das mal nicht einer „verkaufsfähigen“ Form entspricht oder Schäden hat, wird entweder an die Hühner verfüttert oder wieder untergepflügt.
Hier möchten wir im Rahmen der Themenreihe 'Lebensmittelverschwendung vermeiden' gern ein paar Anregungen weitergeben, die im Alltag leicht umzusetzen sind und dafür sorgen können,
dass der Müllberg aus Lebensmitteln sukzessive schrumpft.
Quelle: Ökokiste e.V. 12.04.2024