Ein Wald ist weit mehr als eine Ansammlung von Bäumen. Er ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen, speichert Kohlenstoff, schützt den Boden und beeinflusst den Wasserhaushalt. In der ökologischen Waldwirtschaft wird deshalb versucht, den Wald möglichst als lebendiges und vielfältiges Ökosystem zu bewirtschaften – und nicht nur als Holzproduktionsfläche.
Statt gleichaltriger Bestände und großflächiger Kahlschläge setzt die ökologische Waldwirtschaft auf strukturreiche Mischwälder mit standortheimischen Baumarten. Das macht die Wälder widerstandsfähiger gegenüber Trockenheit, Sturm und Schädlingen. Gerade die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie anfällig wenig vielfältige Wälder für Klimastress sein können.
Auch bei der Verjüngung wird möglichst mit der Natur gearbeitet: Wo immer möglich, hat die natürliche Waldverjüngung Vorrang. Junge Bäume wachsen also aus den Samen vorhandener Altbäume nach, anstatt neu gepflanzt zu werden. Gleichzeitig bleiben alte Bäume, Totholz und besondere Lebensräume erhalten, weil sie für zahlreiche Tiere und Pflanzen wichtige Rückzugsorte darstellen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Schutz des Waldbodens. Auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Dünger wird verzichtet, Bodenbearbeitung und Entwässerung sollen vermieden werden. Auch bei der Holzernte kommen möglichst waldschonende Verfahren zum Einsatz.
Interessant ist dabei: „nachhaltige Waldwirtschaft“ und „ökologische Waldwirtschaft“ sind nicht automatisch dasselbe. Für ökologisch ausgerichtete Waldwirtschaft gibt es unter anderem die Zertifizierung von Naturland. Die Anforderungen von Naturland gehören laut Ökolandbau.de zu den strengsten ökologischen Standards für die Waldwirtschaft. FSC setzt ebenfalls ökologische und soziale Mindeststandards, ist aber kein reines Öko-Siegel.
Kurz gesagt: Ein ökologisch bewirtschafteter Wald soll nicht nur Holz liefern, sondern gleichzeitig ein vielfältiger, widerstandsfähiger und lebendiger Lebensraum bleiben.