Heute finden wir Bio-Lebensmittel im Supermarkt, auf Wochenmärkten und natürlich auch in unseren Ökokisten. Dass ökologische Landwirtschaft inzwischen so selbstverständlich geworden ist, vergisst man leicht. Vor einigen Jahrzehnten war Bio allerdings noch eine ziemlich ungewöhnliche Idee – und für die ersten Bio-Bäuerinnen und -Bauern bedeutete sie vor allem: ausprobieren, Erfahrungen sammeln und neue Wege gehen.
Die Wurzeln der heutigen ökologischen Landwirtschaft reichen bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts zurück. In den 1920er-Jahren entstand die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise, später entwickelten sich weitere Formen des organisch-biologischen Landbaus. Gemeinsam war diesen Bewegungen die Idee, Landwirtschaft stärker als natürlichen Kreislauf zu verstehen und Bodenfruchtbarkeit, Tiergesundheit und den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen in den Mittelpunkt zu stellen.
Auch die Bio-Anbauverbände entstanden aus dieser Entwicklung heraus. In den 1970er-Jahren schlossen sich erste Landwirt:innen zusammen, entwickelten gemeinsame Richtlinien und tauschten ihre Erfahrungen aus. Vieles, was heute selbstverständlich geregelt ist, musste damals erst erprobt und weiterentwickelt werden.
Und auch unsere eigene Geschichte ist ein kleines Stück dieser Bio-Pionierzeit: 1996 gründeten Victoria und Jörg Schulze Buschhoff Ökullus und stellten zunächst 4 Hektar Fläche auf biologisch kontrollierten Bioland-Anbau um. Die Idee stieß anfangs durchaus auf Skepsis – schließlich war Bio-Gemüse damals noch längst nicht so selbstverständlich wie heute. Doch aus den ersten 4 Hektar sind inzwischen rund 40 Hektar Anbaufläche geworden.
Damit hat der Hof, auf dem schon seit Jahrhunderten Landwirtschaft betrieben wird – erstmals erwähnt wurde der „Schulte ten Busche“ bereits 1498 – vor 30 Jahren ein ganz neues Kapitel aufgeschlagen. Aus der traditionellen Landwirtschaft und der seit 1925 bestehenden Baumschule entstand mit Ökullus ein moderner Bio-Betrieb. Seit 2001 gehört außerdem unser Naturkost-Lieferservice dazu, sodass unser eigenes Bio-Gemüse heute direkt bei rund 1.400 Haushalten, Firmen, Schulen und Kitas in Münster und Umgebung landet.
Was sich in diesen 30 Jahren verändert hat, ist also eine ganze Menge. Geblieben ist die Grundidee: Landwirtschaft so zu betreiben, dass der Boden auch für die nächste Generation fruchtbar bleibt.
Kurz gesagt: Was heute selbstverständlich erscheint, war einmal Pionierarbeit – und wir freuen uns, seit 30 Jahren ein Teil dieser Bio-Geschichte zu sein.