Topaz, Santana, Natyra, Rubinola oder Knebusch – wer im Bio-Handel Äpfel kauft, stößt auf einige Sortennamen, die im klassischen Supermarkt eher selten zu finden sind. Das ist kein Zufall: Im Bio-Anbau spielt die Wahl der richtigen Sorte eine besonders wichtige Rolle.
Während im konventionellen Anbau viele Sorten nach Kriterien wie Ertrag, Aussehen, Lagerfähigkeit und Nachfrage ausgewählt werden, müssen Bio-Sorten noch etwas mehr mitbringen: Sie sollten möglichst robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen sein. Denn im ökologischen Anbau wird der Pflanzenschutz stärker über vorbeugende Maßnahmen gesteuert. Und dazu gehört bereits die Auswahl der passenden Sorte.
Ein gutes Beispiel ist der Apfelschorf, eine weit verbreitete Pilzkrankheit im Apfelanbau. Die Sorte Topaz ist schorfresistent und hat sich deshalb im Bio-Anbau stark verbreitet. Durch ihre Widerstandsfähigkeit kann der Einsatz bestimmter Pflanzenschutzmittel reduziert werden. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass schorfwiderstandsfähige Sorten für viele Bio-Betriebe eine wichtige Rolle spielen und in schwierigen Jahren sogar dazu beitragen können, Ernteausfälle zu vermeiden.
Damit wird deutlich: Im Bio-Anbau beginnt Pflanzenschutz schon lange vor der ersten Behandlung – nämlich bei der Entscheidung, welche Sorte überhaupt auf dem Feld oder im Obstgarten wächst.
Und genau deshalb findet man bei uns neben bekannten Sorten wie Elstar auch Sorten, die im Supermarkt weniger präsent sind. Denn für uns zählt nicht nur, was gerade am bekanntesten ist, sondern auch, welche Sorten sich unter ökologischen Bedingungen gut anbauen lassen und dabei lecker schmecken.