Ein landwirtschaftlicher Betrieb kann sich nicht einfach entscheiden, ab morgen Bio-Produkte zu verkaufen. Wer auf ökologische Landwirtschaft umstellt, muss zunächst eine sogenannte Umstellungszeit durchlaufen. Erst wenn diese erfolgreich abgeschlossen ist, dürfen die Erzeugnisse als Bio vermarktet werden.
Der Grund dafür: Die Umstellung betrifft den gesamten Betrieb. Böden müssen sich an die neue Bewirtschaftungsweise anpassen, Fruchtfolgen werden umgestellt und auch in der Tierhaltung gelten neue Anforderungen. Gleichzeitig wird der Betrieb regelmäßig von einer unabhängigen Öko-Kontrollstelle überprüft, um sicherzustellen, dass alle Vorgaben der EU-Öko-Verordnung eingehalten werden.
Bei vielen Ackerkulturen wie Getreide, Kartoffeln oder Gemüse dauert es rund zwei Jahre, bis die Ernte als Bio verkauft werden darf. Bei Kulturen mit nur einer Ernte pro Jahr – beispielsweise Obst oder Wein – ist es häufig sogar erst die dritte Ernte, die das Bio-Siegel tragen darf. In dieser Zeit wirtschaften die Betriebe bereits nach den strengen Bio-Richtlinien, erhalten für ihre Produkte aber meist noch keinen Bio-Preis.
Die Umstellung auf Bio ist deshalb nicht nur eine Frage neuer Anbaumethoden, sondern auch eine langfristige Investition in Boden, Umwelt und die Zukunft des Betriebs.
Kurz gesagt: Bio beginnt nicht mit dem Siegel – sondern mit Jahren sorgfältiger Umstellung.
Quelle: https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/umstellung-auf-bio-landwirtschaft/umstellungszeitplaene/