Ja, Studien zeigen, dass insbesondere auf Bio-Geflügelfleisch deutlich seltener antibiotikaresistente Keime nachgewiesen werden als auf konventioneller Ware. Der wichtigste Grund dafür liegt in der Art der Tierhaltung.
In der ökologischen Landwirtschaft steht die Vorbeugung von Krankheiten im Mittelpunkt. Bio-Tiere haben mehr Platz, Zugang zu Auslauf und werden in weniger intensiven Haltungssystemen gehalten. Ziel ist es, Bedingungen zu schaffen, unter denen Tiere möglichst gesund bleiben und Medikamente seltener benötigt werden.
Antibiotika sind im Bio-Landbau deshalb nicht grundsätzlich verboten. Wenn ein Tier krank ist, muss es behandelt werden. Allerdings gelten deutlich strengere Vorgaben für ihren Einsatz als in der konventionellen Landwirtschaft. Vorbeugende oder routinemäßige Behandlungen sind nicht erlaubt.
Dadurch werden Antibiotika im Ökolandbau insgesamt deutlich zurückhaltender eingesetzt. Das kann dazu beitragen, die Entstehung und Verbreitung antibiotikaresistenter Keime zu verringern – ein wichtiges Ziel für die Tier- und auch für die Humanmedizin.
Der eigentliche Unterschied liegt also nicht darin, dass Bio-Tiere niemals Medikamente erhalten. Vielmehr setzt die Bio-Landwirtschaft auf Haltungsbedingungen, die Tiere gesund erhalten sollen, damit Medikamente möglichst selten notwendig werden.
Kurz gesagt: Im Bio-Landbau steht nicht die Behandlung, sondern die Gesunderhaltung der Tiere im Vordergrund.