Wer im Moment an unseren Feldern vorbeikommt, sieht unsere Gärtner:innen häufig gebückt zwischen den Reihen arbeiten oder mit speziellen Geräten langsam über die Beete fahren. Der Grund dafür ist meist die Beikrautregulierung – also das, was umgangssprachlich oft einfach „Unkraut jäten“ genannt wird.
Im ökologischen Landbau sind chemisch-synthetische Herbizide nicht erlaubt. Statt unerwünschte Pflanzen „wegzuspritzen“, setzen Bio-Betriebe deshalb auf mechanische Verfahren und viel Handarbeit. Dabei wird gehackt, gestriegelt, gejätet oder gemulcht – je nachdem, welche Kultur gerade wächst und wie empfindlich sie ist.
Das ist aufwendiger und braucht deutlich mehr Zeit, hat aber einen wichtigen Vorteil: Bodenleben, Wasser und viele andere Organismen werden geschont. Gleichzeitig bleiben die Böden lockerer und besser durchlüftet.
Ganz verschwinden sollen sogenannte Beikräuter dabei übrigens nicht unbedingt. Einige Pflanzen schützen den Boden oder bieten Nahrung für Insekten. Entscheidend ist vielmehr, dass die Kulturpflanzen genug Platz, Licht und Nährstoffe bekommen.
Gerade im Gemüsebau ist diese Arbeit besonders wichtig, weil junge Pflanzen anfangs noch klein und empfindlich sind. Deshalb sieht man im Frühjahr und Frühsommer besonders viele Menschen auf den Feldern arbeiten.
Kurz gesagt: Bio-Landwirtschaft braucht oft mehr Handarbeit – weil viele Probleme nicht chemisch, sondern mit Wissen, Zeit und sorgfältiger Pflege gelöst werden.