Wer aktuell bei einer Mai-Radtour an unseren Feldern vorbeikommt, wundert sich vielleicht: Warum sind so viele Flächen plötzlich weiß abgedeckt?
Die Antwort von Jonathan Schulze Buschhoff: "Auf vielen Frühkulturen liegen sogenannte Vliesabdeckungen. Sie helfen uns dabei, schon früh im Jahr Gemüse und Salate anzubauen – ganz ohne zusätzliche Beheizung.
Das Vlies wirkt wie eine schützende Decke. Es bildet ein feines Luftpolster über den Pflanzen und sorgt so für eine isolierende Wirkung. Gerade in dieser Jahreszeit, wenn die Tage schon warm sind, die Nächte aber noch deutlich abkühlen, schützt das Vlies vor Kälte und Wind. Die Pflanzen wachsen gleichmäßiger und sind weniger stressanfällig.
Vielleicht kommt dabei auch die Frage auf, wie nachhaltig solche Materialien sind. Die eingesetzten Vliese bestehen zwar aus Kunststoff, werden bei uns aber sehr sorgfältig behandelt: Sie kommen über mehrere Jahre zum Einsatz und werden repariert und geflickt sodass sie möglichst lange genutzt werden können. Ausrangierte Vliese werden bei uns gesammelt und anschließen der Verwertung zugeführt.
Im weiteren Verlauf der Saison sieht man auf den Feldern häufiger Netze statt Vliese. Diese dienen vor allem dem Schutz vor Schadinsekten – zum Beispiel im Kohlanbau – und sind ein wichtiger Bestandteil des biologischen Pflanzenschutzes".
Kurz gesagt: Das „Weiß“ auf den Feldern ist kein Zufall, sondern schützt die Pflanzen – und macht frühes Bio-Gemüse überhaupt erst möglich.