Auf vielen Bio-Äckern wächst nicht jedes Jahr die gleiche Kultur – und das hat einen guten Grund. Stattdessen setzen Bio-Betriebe auf sogenannte Fruchtfolgen: Dabei wechseln sich auf einer Fläche unterschiedliche Pflanzenarten über mehrere Jahre hinweg ab.
Diese Vielfalt hat viele Vorteile. Unterschiedliche Pflanzen entziehen dem Boden verschiedene Nährstoffe und hinterlassen unterschiedliche Wurzelstrukturen. So wird der Boden weniger einseitig belastet und kann sich besser regenerieren. Leguminosen wie Klee oder Erbsen spielen dabei eine besondere Rolle: Sie können mithilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft binden und den Boden auf natürliche Weise mit Nährstoffen anreichern.
Fruchtfolgen helfen außerdem, den Druck durch Schädlinge, Krankheiten und Beikräuter zu reduzieren. Wenn nicht jedes Jahr die gleiche Pflanze angebaut wird, können sich spezialisierte Schaderreger deutlich schlechter ausbreiten. Dadurch sinkt auch die Abhängigkeit von Pflanzenschutzmaßnahmen.
In der ökologischen Landwirtschaft sind vielfältige Fruchtfolgen ein zentrales Prinzip. Sie fördern die Bodenfruchtbarkeit, stabilisieren die Erträge und tragen dazu bei, landwirtschaftliche Systeme langfristig widerstandsfähig zu machen.
Kurz gesagt: Vielfalt auf dem Acker sorgt für Balance im Boden.
Quellen
- Umweltbundesamt – Informationen zu Fruchtfolgen und nachhaltiger Landwirtschaft:
https://www.umweltbundesamt.de/themen/boden-landwirtschaft/nachhaltige-landwirtschaft
- FiBL – Grundlagen des ökologischen Landbaus und Fruchtfolgen:
https://www.fibl.org/de/themen/ackerbau/fruchtfolge
- FAO – Crop rotation and sustainable agriculture:
https://www.fao.org/agriculture/crops/thematic-sitemap/theme/spi/scpi-home/managing-ecosystems/crop-rotation/en/