Die Gemüseanbauplanung steht - der Frühling kann kommen.

Erste Arbeiten auf unseren Ackerflächen haben bereits begonnen.

Manch einer fragt sich, was die Gärtner und Gärtnerinnen eigentlich bei Schnee und Frost machen. Natürlich gibt es auch in der kalten Jahreszeit Wintergemüse zu ernten und sonstige Arbeiten zu erledigen. Der Winter wird jedoch auch genutzt um die kommende Saison vorzubereiten. Denn wenn es das Wetter erlaubt, beginnen die ersten Aussaaten und Pflanzungen im Freiland bereits Mitte März. Bis dahin muss klar sein, welche und in welcher Menge die einzelnen Gemüsekulturen angebaut werden sollen.

Erntemengen checken und alternative bzw. neue Sorten suchen?

Das Gärtnereiteam setzt sich bereits im beginnenden Winter zusammen und zieht Bilanz der gelaufenen Saison:

  • Waren die angebauten Mengen ausreichend oder gab es Zeiträume in denen die angestrebten Mengen nicht vorhanden waren?
  • Waren die ausgewählten Sorten geeignet oder muss nach Alternativen Ausschau gehalten werden?
  • Gibt es womöglich Situationen in denen ein Anbau von bestimmten Kulturen vor dem Hintergrund anhaltender Hitze- und Trockenperioden nicht (mehr) sinnvoll ist?
    So wird z.B. die Aussaat von Spinat im Sommer ein paar Wochen lang nicht mehr vorgenommen da er bei Hitze (zu) schnell schießt.
  • Gibt es Kulturen, die neu ins Sortiment aufgenommen werden könnten?
    Zuletzt wurde Schwarzkohl, die Mexikanische Minigurke und Flower Sprouts neu angebaut.

Danach wird für die kommende Saison geplant. Jedes Jahr werden über 40 verschiedene Gemüsesorten angebaut. Da heißt es bei der Planung Überblick bewahren, damit die zur Verfügung stehende Ackerfläche sinnvoll genutzt werden kann. Gleichzeitig werden das erste Saatgut und die ersten Jungpflanzen bestellt.

Salatjungpflanzen in 10 verschiedenen Sorten

Wenn die Planung der Kulturen und deren Anbaumengen erfolgt ist, wird bei spezialisierten Bio-Jungpflanzenbetrieben die Bestellung der Gemüsesetzlinge vorgenommen. Ökullus selber zieht nur für wenige Kulturen die Setzlinge selber an, die Anzucht für alle Kulturen wäre zu umfangreich.

So müssen z.B. alleine bei den Salaten Woche für Woche von März bis September 10 verschiedene Sorten in verschiedenen Mengen angezogen werden. Denn Salat  ernten wir das ganze Jahr über, entsprechend muss auch beständig nachgepflanzt werden.

Saatgut  für Möhren, Radies, Bohnen

Neben der Bestellung der Gemüsejungpflanzen wird ein Teil der Kulturen ausgesät. Hierfür muss ebenfalls Bio- Saatgut verwendet werden, welches bei verschiedenen Saatgutproduzenten bestellt wird.

Sowohl bei den Jungpflanzen als auch beim Saatgut ist ein Teil der ausgewählten Sorten altbewährt und wird seit Jahren angebaut. Andererseits ist es zum Beispiel bei Salat und Spinat wichtig, neugezüchtete Sorten zu verwenden, die eine gute Resistenz gegen Krankheiten wie Mehltau haben. Dies ist bei uns im Bio-Anbau besonders wichtig, da nicht mit chemischen Pflanzenschutzmitteln gearbeitet werden darf.

Flächenplanung  - Fruchtfolge

Parallel zur Bestellung von Jungpflanzen und Saatgut erfolgt die Flächenplanung.

Auf dem Hof wechseln sich die Gemüse- und Kartoffelflächen mit landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide und Kleegras ab.  Der Gemüseanbau erfolgt 3 bis 4 Jahre lang auf einer Fläche, bevor wieder gewechselt wird.

Auf den für Gemüse vorgesehenen Flächen (auf denen 3- 4 Jahre lang Gemüse angebaut wird), muss eine Fruchtfolge der verschiedenen Gemüsefamilien geplant werden.

05.03.2021