Bioland e.V. verpflichtet Mitglieder zur Förderung der Biodiversität

Im Mai 2020 wurde in der Bundesdelegiertenversammlung von Bioland e.V. eine Bioland-Biodiversitäts-Richtlinie verabschiedet. Bioland e.V. möchte mit dieser Richtlinie einen Mindeststandard für Leistungen zum Erhalt der Biodiversität setzen, der über das hinausgeht, was die Bioland-Betriebe durch ihre organisch-biologische Wirtschaftsweise bereits erbringen.

Ziel ist es eine intensivere, individuelle Auseinandersetzung mit dem Thema Biodiversität anzuregen. Die Landwirte sollen sich wieder als Gestalter unserer Kulturlandschaft verstehen und angeregt werden Lösungen zur Vereinbarung von Landnutzung und Naturschutz zu finden.

Biodiversität oder auch biologische Vielfalt umfasst laut Umweltbundesamt drei Bereiche:

  • Vielfalt der Ökosysteme
  • genetische Vielfalt
  • Vielfalt an Arten bei Tieren, Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen

Bioland geht dabei neue Wege: Statt auf Ge- und Verboten basiert die Richtlinie auf einem Punktesystem. Ein Maßnahmenkatalog für Grünland- und Ackerflächen ist bereits erstellt, die Maßnahmen für Obst- und Weinbauflächen sowie gärtnerische Flächen folgen. Punkte gibt es für zahlreiche Maßnahmen, von Insektennisthilfen bis zur Haltung von seltenen Haustierrassen, von der Teilnahme an Naturschutzberatung bis zum verspäteten Stoppelumbruch.

Die Biodiversitäts-Richtlinie soll schrittweise eingeführt werden. Ab dem Jahr 2021 sind alle Bioland-Betriebe verpflichtet Ihre Daten in ein Online-Tool einzugeben. In den beiden Folgejahren muss stufenweise eine Mindestanforderung an Gesamtpunkten nachgewiesen werden. Zukünftig muss ein Umstellungsbetrieb 100 Biodiversitäts-Punkte am Ende der Umstellungszeit erreicht haben.

Wir dürfen gespannt sein.

23.06.2020