Alte Apfelsorten vom Bio-Obsthof Cordes

Momentan stellen wir Ihnen wöchentlich eine alte Apfelsorte vor, die wir vom Bio-Obsthof Cordes bekommen. Doch was macht die alten Sorten so besonders? Warum sind sie trotz einer Apfelallergie meist gut veträglich?

Obsthof Cordes

Eine allergische Reaktion auf Äpfel wird hevorgerufen durch das apfeleigene Protein Mal d1. In alten Sorten stecken besonders viel Polyphenole, also sekundäre Pflanzenstoffe, Farb- Geschmacksstoffe, die sich mit den allergieauslösenden Proteinen im Apfel verbinden. Das Ergebnis dieser Verbindung ist, dass die Allergie ausbleibt. Sie haben außerdem eine entzündungshemmende, krebsvorbeugende Wirkung, schützen die Körperzellen vor freien Radikalen und vermindern Fettablagerungen in den Gefäßen. 

Polyphenole stärken außerdem die Abwehrkräfte des Baumes gegen Bakterien und Pilze. Viele alte Apfelsorten enthalten darüber hinaus auch mehr Ballaststoffe wie Pektin und Zellulose, welche Gifte wie Schwermetalle und auch Cholesterin binden und sie enthalten mehr Vitamin C als die neuen Apfelsorten. 

Warum werden dann immer weniger alte Sorten gepflanzt? Die Apfelneuzüchtungen haben viel höhere Erträge. Bereits nach 2 Jahren tragen sie die ersten Äpfel, sind oft viel schöner anzusehen, alle gleichmäßig rot mit glatter Schale. Die für viele Menschen wichtigen Polyphenole verursachen eine Braunfärbung nach Anschnitt des Apfels und schmecken meist säuerlich, deshalb wurden sie weitestgehend heraus gezüchtet, der Geschmack geht immer weiter Richtung süß.

 

Hier finden Sie alle alten Sorten, die wir bereits vorgestellt haben:

Apfelsorte Ingrid Marie

Herkunft: Der Apfel Ingrid Marie stammt aus Dänemark und ist ein Zufallssämling von Cox Orange, also zufällig aus dem Kern eines weggeworfenen oder vom Baum gefallenen Apfels entstanden. 1910 wurde die Sorte von einem dänischen Lehrer gefunden und nach dessen Tochter benannt.

Aussehen: Die Bäume sind dicht mit Seitenholz besetzt, ihre Krone ist breitkugelig auslandend. Die Früchte sind flachrundlich mittelgroß, die Schale ist dunkel- bis purpurrot mit vielen hellen Lentizellen.

Geschmack: Das Fruchtfleisch ist cremeweiß, grobzellig, saftig, süß bis weinsäuerlich. Der Apfel ist aufgrund seines hohen Polyphenolgehalts allergikergeeignet. Er ist auch für den extensiven biologischen Obstbau geeignet und aufrgund seiner leuchtend roten Farbe besonders zu Weihnachten sehr begehrt.

Apfelsorte Lavanthaler Bananenapfel

Herkunft: Der Lavanthaler Bananenapfel ist eine historische Apfelsorte. Er wurde 1876 auf der Farm Davida Floryho in Indiana (USA) gefunden. Diese Sorte wird auch Mutterapfel genannt, da sie von stillenden Müttern sehr gut vertragen wird.

Aussehen: Die Bäume haben einen breiten Wuchs mit guter Verzweigung und flachkugeligen Kronen. Die Früchte sind gleichmäßig rund hochgebaut und goldgelb, sonnenseits orange-rötlich marmoriert.

Geschmack: Das Fruchtfleisch ist cremefarben, saftig, süß-säuerlich, hocharomatisch, mit feinem Bananenaroma gewürzt.

Rouge Royal

Herkunft: Die tatsächliche Herkunft vom Rouge Royal ist unbekannt. Es gibt aber eine Sage um die Sorte, die Sie hier nachlesen können: Sage um den Rouge Royal.

Aussehen: Die Bäume sind frostempfindlich, sehr aufwendig in der Pflege und tragen am langen Holz. Die royalen Äpfel sind ab Anfang September reif, zusammen mit dem Elstar Apfel. Die Früchte sind flachrund, von gelblich-grüner Grundfarbe, sonnenseits kaminrot gestreift und mit Schalenpunkten übersät.

Geschmack: Sehr saftig, knackig, fruchtig, ausgeglichen süß-säuerlich, edelaromatisch, alles in allem royal!

Ribston Pepping

Herkunft: Der Ribston Pepping Apfel entstand um 1707 im Schloss Ribston bei Knaresborough (Nordengland) und ist vermutlich Sämling einer französischen Sorte aus der Normandie. Der Mutterbaum stand bis 1835. Im 18.und 19. Jahrhundert war diese Sorte eine der beliebtesten auf den Märkten. Um 1820 säte Richard Cox, Bierbrauer bei London, Sämlinge von Ribston Pepping aus. Einer davon wurde später zur Cox Orangenrenette, dem Mutterbaum aller Cox Orange Bäume. Auch der Holsteiner Cox, Alkmene (=Kreuzung mit Oldenburg), Rubinette (=Kreuzung mit Golden Delicious) sind aus Ribston Pepping entstanden.

Aussehen: Die Bäume haben sehr breite ausladende Kronen mit überhängenden Zweigen und können sehr alt werden. Sie stellen hohe Ansprüche an den Standort und bevorzugen Küstenklima. Die Erträge liegen weit unter dem Durchschnitt, der Ribston Pepping gilt jedoch als sehr erhaltenswert im Verzeichnis der historischen Sorten. Die Früchte sind mittelgroß, flachkugelig, die Schale ist meist etwas rau mit Kelchberostung. Sie haben eine goldgelbe, sonnenseits rötlich geflammte Farbe.

Geschmack: Das Fruchtfleisch ist cremeweiß, fest, saftig, hocharomatisch mit weinartiger Würze. Die Sorte ist eine der edelsten wohlschmeckendsten Tafeläpfel.

27.10.2022